Lokomotiven richtig ölen und fetten: Schmiermittel, Stellen und Intervalle
Hinweis: Dieser Artikel enthält Direktlinks zu passenden Angeboten auf unserem Marktplatz.
Kurz erklärt
Für Modelllokomotiven gelten zwei Schmiermittel: ein dünnflüssiges Spezialöl für Achs- und Motorlager, zum Beispiel der Märklin-Öler 7149, und ein Präzisionsfett für Zahnräder und Schneckengetriebe wie LOK-Fett B 52. Märklin empfiehlt Schmierung nach etwa 40 Betriebsstunden. Motorlager bekommen maximal einen Tropfen.
Welches Schmiermittel für welche Stelle?
Öl und Fett haben unterschiedliche Aufgaben. Öl ist dünnflüssig und für schnell drehende, leicht belastete Lager gedacht. Fett bleibt dort, wo es hingehört, und schmiert langsam laufende, stärker belastete Teile wie Getriebe.
| Stelle | Richtiges Mittel | Menge |
|---|---|---|
| Achslager von Lok und Wagen | Spezialöl | 1 kleiner Tropfen je Lager |
| Motorlager | Spezialöl | maximal 1 Tropfen, sparsam |
| Zahnräder und Schneckengetriebe | Präzisionsfett | hauchdünn auftragen |
| Kupplungskulissen | Spezialöl | minimal |
| Haftreifen | kein Schmiermittel | reinigen, sonst verlieren sie Haftung |
Bekannte Mittel im Modellbahnbereich sind der Märklin-Öler 7149 mit 10 Milliliter Spezialöl und Dosierspitze sowie das LOK-Fett B 52, ein Präzisionsfett von Dr. Tillwich, das sich für Achslager, Motorlager und Schneckengetriebe eignet und als verharzungsstabil gilt.
Wie oft sollte man schmieren?
Märklin gibt in seinen Anleitungen eine Schmierung nach etwa 40 Betriebsstunden vor. In der Praxis reicht für Hobbyanlagen mit gelegentlichem Betrieb eine Wartung ein- bis zweimal im Jahr. Nach einem Kauf gebrauchter Loks gehört die Schmierung ohnehin zur Grundreinigung dazu.
Anzeichen für notwendige Schmierung: ruckelnder oder lauter Lauf, zittriges Anfahren, erhöhter Stromverbrauch. Werden die Geräusche nach der Schmierung nicht leiser, ist die Mechanik verschlissen oder verschmutzt.
Wie entferne ich verharztes Öl?
Alte, lange gelagerte Loks haben oft verharztes Öl in den Lagern. Das erkennst du an braunen, klebrigen Rückständen. So gehst du vor:
- Gehäuse abnehmen und Mechanik freilegen.
- Verharzte Stellen mit einem Wattestäbchen und Isopropanol reinigen. Alternativ eignen sich spezielle Reinigungsstifte.
- Hartnäckige Rückstände einweichen lassen und mit einer Pinzette oder Zahnbürste lösen.
- Nach dem Reinigen die Lager frisch schmieren.
Der Kollektor des Motors darf beim Reinigen nicht nass werden. Feuchtigkeit im Kollektorbereich führt zu Funkenbildung und Verschleiß an den Kohlen.
Welche Fehler sollte man vermeiden?
Der häufigste Fehler ist Zuviel des Guten. Überschüssiges Öl fliegt beim Betrieb weg, landet auf Schienen und Rädern und verschmiert den Kollektor des Motors. Das führt zu schlechter Stromaufnahme und im schlimmsten Fall zu Schäden am Anker. Märklin weist in seinen Anleitungen ausdrücklich darauf hin: Motorlager nur mit maximal einem Tropfen ölen.
Zweiter Klassiker: Öl auf die Haftreifen. Einmal eingölt, verlieren sie deutlich an Griff. Haftreifen bei Bedarf nur trocken reinigen oder mit einem speziellen Haftreifenpflegemittel behandeln.
Wer eine gebrauchte Lok kauft, sollte die Mechanik sowieso prüfen. Tipps dazu gibt es auch im Artikel über den Märklin-Gleissysteme-Vergleich und bald im Ratgeber für geerbte Sammlungen.
Pflegemittel und Werkzeug findest du im Marktplatz unter Modelleisenbahn.